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Schizophrenie und Cannabiskonsum: Epidemiologie und Klinik

Maria Christiane Jockers-Scherübl

PsyDok Dokumentenserver für die Psychologie 2006 DOI: 10.23668/psycharchives.12134 (opens in new tab)

Study at a glance

AI-extracted from the abstract
Characteristics Peer reviewed
Population Ersterkrankte Schizophrene mit und ohne vorherigen regelmäßigen Cannabiskonsum
Topics Cannabis
Key points Ersterkrankte Schizophrene mit vorherigem regelmäßigen Cannabiskonsum waren meist männlich, zeigten häufiger eine paranoide Schizophrenie mit günstigerer Prognose und erkrankten signifikant jünger als solche ohne Substanzkonsum. Ihre kognitiven Funktionen scheinen vor Krankheitsbeginn nicht schlechter zu sein; die Bedeutung höherer Serum-Neurotrophinwerte ist noch unklar. Der Effekt von Cannabis auf das vulnerable Gehirn lässt sich vor Krankheitsbeginn noch nicht abschließend bewerten.

Abstract

Immer mehr junge Menschen konsumieren Cannabis in manchmal hohen Dosierungen, wenn ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist und besonders empfindlich auf äußere Einflüsse reagiert. Cannabis kann psychotische Zustände auslösen und verstärken, bereits an Schizophrenie Erkrankte exazerbieren bei Cannabiskonsum häufiger akut. Ersterkrankte Schizophrene mit vorherigem regelmäßigen Cannabiskonsum waren in unserer Untersuchung meistens männlich, sie zeigten häufiger das Bild einer paranoiden Schizophrenie (mit günstigerer Prognose) als diejenigen ohne Substanzkonsum und waren außerdem bei Erkrankungsbeginn signifikant jünger. Die Bedeutung der höheren Neurotrophinwerte im Serum bei Cannabis konsumierenden Schizophrenen im Vergleich zu Nichtkonsumenten ist noch nicht eindeutig zu bestimmen. Die kognitiven Funktionen dieser Patientengruppe scheinen nicht schlechter als bei Schizophrenen ohne Cannabiskonsum vor Krankheitsbeginn zu sein. Insgesamt kann damit der Effekt von Cannabis auf das für Schizophrenie vulnerable Gehirn, zumindest vor Krankheitsbeginn, noch nicht abschließend bewertet werden; neben den zweifellos ungünstigen Wirkungen gibt es möglicherweise auch protektive Faktoren. Schlagwörter: Schizophrenie - Cannabis - Psychose - multipler Substanzkonsum - Kognition - Neurotrophine

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