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Cannabisinduzierte psychische Störungen im Jugendalter

Yehonala Gudlowski

Das Gesundheitswesen March 1, 2008 DOI: 10.1055/s-2008-1076537 (opens in new tab)

Study at a glance

AI-extracted from the abstract
Characteristics Peer reviewed
Topics Cannabis
Key points The text argues that psychoses reflect regional imbalances in neurotransmitters such as dopamine, serotonin, and glutamate, and that roughly one third of those affected become chronically ill. It contends that today's cannabis contains much more tetrahydrocannabinol and is used earlier and more often, so increasing numbers of adolescents develop cannabis-induced psychoses resembling schizophrenia that may persist even after stopping cannabis.

Abstract

Psychosen sind Störungen der Neurotransmission im Gehirn. Bestimmte Neurotransmitter (z.B. Dopamin, Serotonin und Glutamat) werden in bestimmten Hirnregionen zu viel, in anderen zu wenig ausgeschüttet, so dass es zu Störungen des Denkens, der Handlungsplanung und der sensorischen Wahrnehmung (Halluzinationen) kommt oder bestimmte Ereignisse in bizarrer Weise interpretiert werden. So kann beim Verfolgungswahn (Paranoia) eine Fernsehantenne z.B. als Spionageantenne interpretiert werden, die einen überwachen soll. Auch können bestimmte Ereignisse (z.B. Nachrichten in Fernsehen oder Radio) als Botschaften oder Aufträge missverstanden werden (Beziehungswahn). Psychosen haben einen unterschiedlichen Verlauf. Manche Menschen erkranken nur ein einziges Mal, andere immer wieder mit relativ gesunden Phasen dazwischen. Ungefähr ein Drittel aller Betroffenen erkrankt jedoch chronisch, meist mit zunehmender Beeinträchtigung. Es gibt sehr unter-schiedliche Formen von Psychosen, z.B. schizophrene, manische oder depressive Psychosen. Diese Psychosen werden als „endogene Psychosen“ bezeichnet, womit ausgedrückt werden soll, dass sie nicht eindeutig auf äußere Einflüsse (z.B. Gehirnverletzungen nach einem Unfall oder Infektionskrankheiten oder Vergiftungen durch bestimmte Substanzen) zurückgeführt werden können. Auf der anderen Seite gibt es auch so genannte „exogene Psychosen“, die direkt auf die Wirkung äußerer Faktoren zurückgeführt werden können (z.B. auf Drogenkonsum). Cannabis (Haschisch, Marihuana) galt lange Zeit als ungefährliche Droge. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich aber sowohl der Anbau der Pflanzen (indischer Hanf) als auch ihr Konsummuster deutlich verändert. Heutige Pflanzen enthalten viel mehr von der psychoaktiven Substanz (3,4 Tetrahydrocannabinol) als früher und werden in wesentlich jüngerem Alter und viel häufiger konsumiert. Daher entwickeln immer mehr Jugendliche sogenannte cannabisinduzierte (durch Cannabis ausgelöste) Psychosen, die mit der Symptomatik einer Schizophrenie sehr ähnlich sein können und selbst nach Absetzen des Cannabis nicht immer abklingen. Manche Betroffenen bleiben ihr ganzes Leben lang psychotisch, sind auf Medikamente angewiesen und können ihr Leben nicht mehr selbständig bewältigen.

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