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Depressions- und Angstsymptome nach psychedelisch-assistierter Psychotherapie bei therapieresistenter Depression: retrospektive Routinedatenanalyse mit vs. ohne komorbide Substanzkonsumstörung

Louise Penzenstadler, Tatiana Aboulafia Brakha, Daniele Zullino

Suchttherapie May 12, 2026 DOI: 10.1055/a-2599-1389 (opens in new tab)

Study at a glance

AI-extracted from the abstract
Characteristics Retrospective uncontrolled analysis of prospectively collected routine data Peer reviewed
Sample size 68
Population Adult patients with treatment-resistant depression in a PAP program
Interventions Psilocybin LSD
Duration 1-month follow-up
Measures BDI, STAI-T
Topics Depression
Key points BDI and STAI-T scores decreased significantly from preparation to one month after a single PAP session (p<0.001). No significant group difference or group-by-time interaction was found between patients with and without comorbid SUD, but the uncontrolled design does not support equivalence.

Abstract

Zusammenfassung Substanzkonsumstörungen (SUD) sind chronische Erkrankungen mit hohen Rückfallraten und begrenzter Wirksamkeit etablierter Behandlungen. Vor diesem Hintergrund rückt die psychedelisch-assistierte Psychotherapie (PAP) mit Psilocybin und LSD zunehmend in den Fokus; die Literatur berichtet Hinweise auf mögliche Effekte insbesondere bei AUD und affektiven Symptomen. Ziel der Studie: Beschreibung der Entwicklung depressiver und ängstlicher Symptome nach einer PAP-Sitzung (Psilocybin oder LSD) im Genfer Routinesetting und explorative Prüfung, ob eine komorbide SUD mit einer unterschiedlichen Symptomentwicklung assoziiert ist. Methodik Retrospektive, unkontrollierte Auswertung prospektiv erhobener Routinedaten aus dem PAP-Programm des Universitätsspitals Genf. N=68 erwachsene Patient:innen mit therapieresistenter Depression erhielten eine PAP-Sitzung (Psilocybin oder LSD) im standardisierten Setting (Vorbereitung, Sitzung, Integration). Depressive und ängstliche Symptome (BDI, STAI-T) wurden zu Screening, Vorbereitung (prä-Dosis) und 1-Monat erhoben. Primär wurde das Intervall Vorbereitung → 1 Monat betrachtet; Screening wurde deskriptiv berichtet. Gruppenvergleich: SUD n=17 vs. ohne SUD n=51. Ergebnisse Für BDI und STAI-T zeigte sich ein signifikanter Zeiteffekt (p<0,001). Es fand sich kein statistischer Hinweis auf einen Gruppenunterschied oder eine Gruppe×Zeit-Interaktion (p>0,05). Aufgrund des unkontrollierten Designs und der Stichprobengröße ist dies nicht als Nachweis einer Gleichwertigkeit zu interpretieren. Schlussfolgerung In diesem regulierten Real-World-Setting war PAP mit einer kurzfristigen Abnahme depressiver und ängstlicher Symptome assoziiert. Für eine Moderation durch komorbide SUD ergab sich kein statistischer Hinweis; ein Äquivalenzschluss ist jedoch nicht möglich. Prospektive, kontrollierte Studien mit längerer Nachverfolgung und SUD-spezifischen Outcomes sind erforderlich.