Stellenwert und Funktion von Ayahuasca: Ein Vergleich der Anwendungen durch Schamanen und Kirchen
Sylvia Linhart
Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine 2015 DOI: 10.1159/000430484 (opens in new tab)
Study at a glance
AI-extracted from the abstract| Characteristics | Literature and field study Peer reviewed |
|---|---|
| Topics | Ayahuasca |
| Keywords | Gynecology |
| Citations | 2 |
| Key points | Ayahuasca is used ritually by shamans and as a sacrament in Christian churches, shows therapeutic promise for depression and addiction, and long-term use appears non-toxic and non-addictive. |
Abstract
Ayahuasca wurde schon in präkolumbianischer Zeit eingenommen, als indigene Völker die psychoaktive Wirkung des Tranks auf Körper und Geist entdeckten. Hergestellt aus zwei im Amazonas-Regenwald wachsenden Pflanzen, der Liane Banisteriopsis caapi und Blättern von Psychotria viridis, wird Ayahuasca bis heute nicht nur von Schamanen am Amazonas für Heilrituale und schamanische Erfahrungen, sondern auch von kirchlichen Bewegungen Brasiliens als Sakrament eingesetzt. In den letzten Jahren gab Ayahuasca wegen seiner heilenden Wirkung immer häufiger Anlass zu medizinischer und ethnobotanischer Diskussion und Forschung. Die vorliegende Literatur- und Feldstudie beschäftigt sich mit den beiden Haupteinsatzbereichen von Ayahuasca: dem rituellen Gebrauch bei Schamanen und dem Sakrament in christlichen Kirchen. Anwendungsformen des Tranks werden beschrieben und Unterschiede aufgezeigt. Da immer mehr Menschen westlicher Kulturen Kenntnis von und Zugang zu dieser «Medizin» des Amazonas-Regenwalds erlangten, bildet die Frage, ob Ayahuasca ein geeignetes Heilmittel für spezifische Leiden und westliche Zivilisationskrankheiten sein kann, einen weiteren Schwerpunkt der Untersuchung. Bereits heute wird Ayahuasca erfolgreich im medizinisch-therapeutischen Bereich bei Depressionen und Suchtabhängigkeit eingesetzt. Darüber hinaus belegen klinische Studien, dass die dauerhafte, längerfristige Einnahme des Tranks nicht gesundheitsschädlich oder giftig ist und auch nicht abhängig macht. Es konnte sogar ein dauerhafter, positiver Einfluss auf die physische und mentale Gesamtverfassung des Menschen beobachtet werden. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse bedarf es noch konsequenter Aufklärung und Erarbeitung sinnvoller gesetzlicher Regelungen sowie internationaler Zulassungen, damit Ayahuasca künftig leichter Heilungssuchenden zugänglich gemacht werden kann.
Citations in the library
Cites 6
- Personality, Psychopathology, Life Attitudes and Neuropsychological Performance among Ritual Users of Ayahuasca: A Longitudinal Study PLoS One August 8, 2012
- Clinical investigations of the therapeutic potential of ayahuasca: rationale and regulatory challenges. Pharmacology & Therapeutics May 1, 2004
- Increased frontal and paralimbic activation following ayahuasca, the pan-amazonian inebriant Psychopharmacology March 30, 2006
- Risk assessment of ritual use of oral dimethyltryptamine (DMT) and harmala alkaloids Addiction December 20, 2006
- Ayahuasca Shamanism in the Amazon and Beyond Oxford University Press eBooks June 18, 2014
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