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Lesebuch für Philosophen des Geistes

Wolfgang Stegemann

Zenodo (CERN European Organization for Nuclear Research) July 12, 2026 DOI: 10.5281/zenodo.21064364 (opens in new tab) via OpenAlex

Summary

AI-generated from the abstract

This book offers a reconstructive argument for consciousness that begins not with qualia or the hard problem but with the question of what life is. It starts with the simplest self-maintaining process and builds step by step, introducing concepts only when the subject demands them and grounding each logical step in empirical findings from biology, physics, chemistry, evolution, neuroscience, and systems theory. The conclusion is that consciousness is not an addition to a physical system but the way a specific type of organization is given to itself. The book includes empirical illustrations and theoretical digressions that can be skipped without breaking the argument's thread.

Study at a glance

Characteristics Theoretical or philosophical paper Peer reviewed
Keywords Qualia Combinatorial analysis Statistical analysis Philosophy Humanities
Key finding Argues that consciousness should be understood as the way a certain type of organization is given to itself, not as an addition to a physical system.

Abstract

Dieses Buch richtet sich an Philosophen des Geistes. Es beginnt nicht dort, wo die Philosophie des Geistes gewöhnlich beginnt. Es beginnt weder mit Qualia noch mit Zombies, weder mit dem Hard Problem noch mit der Frage, ob Bewusstsein auf Gehirnprozesse reduzierbar ist. Es beginnt mit der Frage, was Leben ist. Der Grund für diesen Anfang liegt in der Sache selbst. Wer mit Bewusstsein beginnt, übernimmt bereits Begriffe, die das Problem erst erzeugen. Die Trennung zwischen dem Physischen und dem Phänomenalen ist keine Ausgangslage, die vorgefunden wird. Sie ist ein Artefakt eines bestimmten Anfangspunkts. Wer dagegen beim Leben beginnt und den Gedankengang so weit zurückverfolgt, bis nichts Einfacheres mehr unterstellt werden kann, gewinnt einen Anfang, aus dem sich die weiteren Schritte ohne Sprung entwickeln lassen. Dieses Buch geht rekonstruktiv vor. Es beginnt mit dem einfachsten Prozess, der sich selbst erhält, und verfolgt von dort aus die Konsequenzen Schritt für Schritt. Begriffe werden nicht vorausgesetzt, sondern nur dort eingeführt, wo die Sache sie verlangt. Jeder Schritt folgt aus dem vorherigen. Wo ein Schritt nicht zwingend folgt, wird das gesagt. Das Buch bedient sich aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, die zur Verfügung stehen: Biologie, Physik, Chemie, Evolutionstheorie, Neurowissenschaft, Systemtheorie. Nicht um das Terrain zu kartographieren, sondern um jeden logischen Schritt empirisch zu verankern. Am Ende wendet sich das Buch kurz auf sich selbst zurück und fragt, welchen epistemischen Status die entwickelte Theorie selbst beanspruchen kann. Zwischen den Schritten des Arguments finden sich zwei Arten von Einschüben. Unter der Überschrift Aus der Empirie werden wissenschaftliche Befunde vorgestellt, die den jeweiligen Schritt illustrieren oder stützen. Unter der Überschrift Wenn man weiterdenkt werden theoretische Konsequenzen gezogen, die über den Haupttext hinausgehen. Beide Einschübe können beim ersten Lesen übersprungen werden, ohne dass der Faden des Arguments reißt. Am Ende steht Bewusstsein. Nicht als Rätsel, das umkreist wird, sondern als Ergebnis einer Kette von Schritten, die jeder für sich zwingend sind. Eine Vorahnung sei dennoch erlaubt, ohne den Weg vorwegzunehmen: Bewusstsein wird sich nicht als ein Zusatz erweisen, der zu einem physikalischen System hinzutritt, sondern als die Weise, in der ein bestimmter Typ von Organisation sich selbst gegeben ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht gesagt werden. Der Weg dorthin ist die eigentliche Arbeit dieses Buches.

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